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Unzumutbarkeit des Zusammenlebens



Unzumutbar ist das Zusammenleben nur dann, wenn dessen Fortsetzung vom belasteten Eheteil - bei objektiver und umfassender Interessensabwägung - billigerweise nicht verlangt werden kann. Letzteres ist nicht nur bei Androhung körperlicher Gewalt der Fall, wie es das Gesetz besonders hervorhebt, oder bei sonstigen besonders schweren Eheverfehlungen, sondern etwa auch aus psychischen oder gesundheitlichen Gründen.

Die Unzumutbarkeit des Zusammenlebens wird aber insbesondere bei gegenseitigem Schweigen verneint, ebenso wie bei lieblosem Verhalten sowie bei den mit dem Scheidungsverfahren verbundenen üblichen Spannungen und psychischen Belastungen.

§ 92 ABGB



ABGB § 92 (1) Verlangt ein Ehegatte aus gerechtfertigten Gründen die Verlegung der gemeinsamen Wohnung, so hat der andere diesem Verlangen zu ent-sprechen, es sei denn, er habe gerechtfertigte Gründe von zumindest gleichem Gewicht, nicht mitzuziehen. 
(2) Ungeachtet des Abs. 1, kann ein Ehegatte vorübergehend gesondert Wohnung nehmen, solange ihm ein Zusammenleben mit dem anderen Ehegatten, besonders wegen körperlicher Bedrohung, unzumutbar oder dies aus wichtigen persönlichen Gründen gerechtfertigt ist.
(3) In den Fällen der Abs. 1 und 2 kann jeder der Ehegatten vor oder auch nach der Verlegung der Wohnung oder der gesonderten Wohnungnahme die Entscheidung des Gerichtes beantragen. Das Gericht hat im Verfahren außer Streitsachen festzustellen, ob das Verlangen auf Verlegung der gemeinsamen Wohnung oder die Weigerung mitzuziehen oder die gesonderte Wohnungnahme durch einen Ehegatten rechtmäßig war oder ist. Es hat bei der Entscheidung auf die gesamten Umstände der Familie, besonders auf das Wohl der Kinder, Bedacht zu nehmen.

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